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VS Academy
Vertrieb & Sales· 8 Min. Lesezeit
GESPRÄCHSFÜHRUNG

Verkaufsgespräch-Leitfaden: 6 Phasen mit Beispielsätzen

Verkaufsgespräch-Leitfaden in 6 Phasen: vom Einstieg bis zur Entscheidung, mit Beispielsätzen, typischen Fehlern und einer Vorlage für eine Seite.

Headset neben einem Notizblock auf einem dunklen Schreibtisch, Bildschirm unscharf im Hintergrund.

Ein Verkaufsgespräch-Leitfaden hilft dir vor allem in einem Moment: wenn dein Gegenüber gerade etwas Unerwartetes gesagt hat und du nicht weißt, wo du weitermachen sollst. Ohne Leitfaden springst du dann zur Lösung, erklärst zu viel oder lässt das Gespräch einfach laufen. Am Ende weißt du eine Menge über die Person und hast trotzdem nichts entschieden.

Dieser Beitrag zeigt dir die sechs Phasen, die fast jedes Beratungs- und Verkaufsgespräch braucht, egal ob am Telefon oder im Videocall. Zu jeder Phase bekommst du Beispielsätze zum Nachsprechen, den häufigsten Fehler und eine Korrektur. Am Ende steht eine Vorlage, die auf eine Seite passt.

Die Beispielsätze stehen in der Du-Form. Wenn das Unternehmen, für das du sprichst, seine Kunden siezt, stellst du sie einfach um. An der Reihenfolge ändert das nichts.

Welche Phasen hat ein Verkaufsgespräch?

Je nach Schule liest du von fünf, sieben oder elf Schritten. Für Beratungsgespräche zu digitalen Produkten haben sich diese sechs Phasen bewährt:

  • Phase 1, Rahmen setzen: Dauer, Ablauf und das erlaubte Ergebnis klären.
  • Phase 2, Ausgangslage verstehen: Wo steht die Person heute, was hat sie schon versucht?
  • Phase 3, Ursache und Ziel klären: Warum will sie etwas ändern, und warum gerade jetzt?
  • Phase 4, Lösung zeigen: nur das, was zu Phase 3 passt.
  • Phase 5, Einwände klären: Bedenken ernst nehmen, nicht wegreden.
  • Phase 6, Entscheidung herbeiführen: Ja, Nein oder ein fester nächster Termin.

Die Phasen bauen aufeinander auf. Wer eine überspringt, bezahlt dafür in einer späteren. Ein fehlender Rahmen rächt sich bei der Entscheidung, eine dünne Bedarfsanalyse bei den Einwänden.

Leitfaden oder Skript: Was ist der Unterschied?

Ein Skript schreibt dir jeden Satz vor. Das klingt sicher, bricht aber beim ersten Satz zusammen, den dein Gegenüber nicht vorgesehen hat. Ein Leitfaden legt dagegen fest, welche Themen in welcher Reihenfolge geklärt werden und welche Fragen du auf keinen Fall vergisst. Die Formulierung darf sich jedes Mal ändern.

Der Vorteil zeigt sich vor allem dann, wenn du nervös bist. Du musst dir nicht merken, was du sagen wolltest, sondern nur, wo du gerade stehst. Das schafft Kopf frei fürs Zuhören, und Zuhören ist der Teil, in dem Gespräche gewonnen werden.

Wie startest du das Gespräch in den ersten zwei Minuten?

In Phase 1 klärst du drei Dinge: wie lange ihr sprecht, was im Gespräch passiert und wie es enden kann. Das wirkt formal, nimmt aber beiden Seiten die Unsicherheit. Wer nicht weiß, worauf ein Gespräch hinausläuft, hält sich mit ehrlichen Antworten zurück.

So kannst du es sagen: „Wir haben etwa 45 Minuten. Ich würde dir zuerst ein paar Fragen zu deiner Situation stellen, damit ich verstehe, wo du stehst. Wenn ich danach den Eindruck habe, dass wir dir helfen können, zeige ich dir, wie das aussehen würde. Und wenn es nicht passt, sage ich dir das auch ehrlich. Ist das okay für dich?“

Der letzte Satz ist wichtig. Du holst dir ein kleines Ja ab, und du sagst ausdrücklich, dass ein Nein ein zulässiges Ergebnis ist. Das senkt den Druck, und paradoxerweise bekommst du dadurch ehrlichere Antworten.

Aus der PraxisValentin Schmid

Am Anfang eines Gesprächs gebe ich immer einen klaren Rahmen, damit mein Gegenüber weiß, was in den nächsten Minuten passiert. Das schafft Vertrauen und gibt dem Gespräch eine Richtung. Ich stelle mir das wie Leitplanken vor: Schweift jemand später zu sehr ab, kann ich freundlich sagen, dass wir gerade vom eigentlichen Thema abkommen, und ihn zurückholen. Die Leute kommen ja zu mir, weil sie sich führen lassen wollen.

Typischer Fehler in Phase 1

Zehn Minuten Smalltalk über das Wetter und den Urlaub, dann ein abrupter Wechsel zum Angebot. Besser: eine kurze, ehrliche Begrüßung, eine Frage wie „Wie geht’s dir heute, hast du gut hergefunden in den Call?“ und dann der Rahmen. Nähe entsteht durch gutes Zuhören in Phase 2, nicht durch langes Vorgeplänkel.

Wie klärst du in der Bedarfsanalyse die Ausgangslage?

In Phase 2 sammelst du Fakten, noch ohne Bewertung. Was ist die Situation heute? Was wurde schon ausprobiert? Was hat davon funktioniert, was nicht? Diese Fragen helfen dir:

  • „Erzähl mal, wie sieht das bei dir gerade konkret aus?“
  • „Was hast du bisher schon versucht, um das zu ändern?“
  • „Was hat davon funktioniert, und was eher nicht?“
  • „Was hat dich dazu gebracht, dir genau jetzt diesen Termin zu nehmen?“

Die letzte Frage ist Gold wert. Sie zeigt dir den Anlass. Irgendetwas ist passiert, sonst säße die Person nicht im Call. Mehr Fragen und wie du sie sortierst, findest du im Beitrag zur Bedarfsanalyse im Verkaufsgespräch.

Warum entscheidet Phase 3 über den Ausgang des Gesprächs?

Was zuerst genannt wird, ist selten das eigentliche Thema. „Mir fehlt die Zeit“ ist oft eine Aussage über Prioritäten. „Ich bin noch nicht so weit“ ist oft eine Aussage über Zutrauen. Auf ein Symptom kannst du nur mit Argumenten antworten. Auf eine Ursache kannst du mit einem Weg antworten.

Ein Beispiel, frei erfunden: Angenommen, Jana sagt im Call: „Ich will einfach mehr Geld verdienen.“ Du könntest jetzt sofort erklären, wie das Angebot dabei hilft. Besser ist eine Nachfrage:

  • Du: „Was würde sich für dich ändern, wenn das klappt?“
  • Jana: „Ich könnte endlich die Stunden im Büro reduzieren.“
  • Du: „Und was wäre daran für dich das Wichtigste?“
  • Jana: „Mehr Zeit für meine Tochter. Ich sehe sie unter der Woche kaum.“

Jetzt weißt du, worum es wirklich geht. Und du wirst in Phase 4 nicht über Geld reden, sondern über Zeit.

Woran du merkst, dass du noch am Symptom hängst

  • Die Antworten kommen schnell und klingen fertig formuliert.
  • Du redest mehr als dein Gegenüber.
  • Es entstehen keine Pausen, weil du jede Stille sofort füllst.
  • Du könntest das Ziel der Person nicht in einem Satz wiederholen.

Ein guter Test vor dem Wechsel in Phase 4: Fasse zusammen. „Wenn ich dich richtig verstehe, willst du X, weil Y, und bisher hat Z nicht geklappt. Stimmt das so?“ Erst wenn die Person zustimmt oder dich korrigiert, gehst du weiter.

Wie präsentierst du die Lösung, ohne einen Vortrag zu halten?

In Phase 4 zeigst du, wie eine Lösung aussehen kann, und zwar bezogen auf das, was in Phase 3 gesagt wurde. Ein Vortrag, den du genauso in jedem anderen Gespräch hättest halten können, ist an dieser Stelle verschenkte Zeit.

Die einfachste Technik ist der Rückbezug: „Du hast vorhin gesagt, dass dir vor allem die Abende mit deiner Tochter fehlen. Genau da setzt der erste Teil an …“ Damit zeigst du, dass du zugehört hast, und die Person hört ihre eigenen Worte statt Werbesprache.

Halte dich an höchstens drei Punkte. Mehr merkt sich niemand. Und frag nach jedem Punkt kurz nach: „Wie klingt das für dich?“ So merkst du früh, wo Zweifel sitzen, statt erst am Ende davon überrascht zu werden.

Was tust du, wenn ein Einwand kommt?

In Phase 5 tauchen Sätze auf wie „Das ist mir zu teuer“, „Ich muss noch überlegen“ oder „Ich muss das erst mit meinem Partner besprechen“. Ein Einwand ist kein Angriff, sondern ein Hinweis, dass noch etwas ungeklärt ist. Die Grundhaltung dahinter beschreibt der Lexikon-Eintrag zur Einwandbehandlung.

Statt sofort zu argumentieren, fragst du nach: „Okay, verstehe ich. Darf ich fragen, was genau dich daran zögern lässt?“ Oft steckt hinter dem Preis ein Zweifel, ob man selbst das schafft. Wie du den Preis-Einwand konkret auflöst, steht im Beitrag zum Einwand „zu teuer“.

Wie beendest du das Gespräch mit einer klaren Entscheidung?

Ein Gespräch, das mit „Überleg es dir in Ruhe“ endet, ist meistens in Phase 3 stehen geblieben. Wer die Ursache kennt, kann eine klare Frage stellen und ein klares Nein aushalten.

So kannst du fragen: „Du hast jetzt alles gesehen. Was sagt dein Bauch: Willst du das angehen?“ Oder etwas direkter: „Passt das für dich, sollen wir starten?“ Danach schweigst du. Die Pause gehört der anderen Person. Weitere Formulierungen für diesen Moment sammelt der Beitrag zu Abschlusstechniken im Verkauf.

Wenn die Person wirklich noch Zeit braucht, ist das in Ordnung. Dann vereinbart ihr einen festen nächsten Termin mit Datum und Uhrzeit, statt „Ich melde mich“. Wie du nachfasst, ohne zu nerven, liest du im Beitrag über Follow-up ohne Druck. Ein sauberes Nein ist übrigens mehr wert als ein weiches Vielleicht. Es kostet einmal Überwindung und spart danach Wochen.

Wie sieht ein Verkaufsgespräch-Leitfaden auf einer Seite aus?

Druck dir diese Vorlage aus oder leg sie neben die Tastatur. Mehr als Stichworte brauchst du nicht:

  • Rahmen: Dauer ansagen, Ablauf erklären, Nein ist erlaubt, kleines Ja abholen.
  • Ausgangslage: Wie sieht es heute aus? Was wurde versucht? Warum gerade jetzt?
  • Ursache und Ziel: Was würde sich ändern? Was wäre daran das Wichtigste? Zusammenfassen und bestätigen lassen.
  • Lösung: maximal drei Punkte, jeder mit Rückbezug auf Phase 3, nach jedem Punkt nachfragen.
  • Einwände: nachfragen statt argumentieren, den eigentlichen Zweifel finden.
  • Entscheidung: klare Frage stellen, schweigen, Ja, Nein oder fester Termin.

Nach dem Gespräch notierst du zwei Dinge: in welcher Phase es am meisten gehakt hat und welchen Satz der Person du dir merken willst. Diese Notiz ist dein Trainingsplan für das nächste Gespräch.

So übst du den Leitfaden, bevor es ernst wird

Ein Leitfaden sitzt erst, wenn du ihn ein paar Dutzend Mal laut durchgegangen bist. Am besten mit jemandem, der dir bewusst schwierige Antworten gibt. Wie du solche Übungen aufbaust und was du aus Aufnahmen herausholst, zeigt die Seite Verkaufen lernen.

Genau so arbeiten auch digitale Kundenberater, die in der VS Academy ausgebildet werden: Sie üben Gespräche zuerst in Simulationen, bevor sie echte Gespräche für Unternehmen führen. Wenn du wissen willst, ob dieser Weg zu dir passt, kannst du in einem kostenlosen Erstgespräch deine Situation schildern und eine ehrliche Einschätzung bekommen, auch wenn sie Nein lautet.

FAQ

Welche Fragen tauchen häufig auf?

Wie lange sollte ein Verkaufsgespräch dauern?
Für Beratungsgespräche zu digitalen Produkten sind 30 bis 60 Minuten üblich. Wichtiger als die Dauer ist, dass du sie am Anfang ansagst und dich daran hältst. Wer am Ende hetzen muss, hat meist zu lange erklärt und zu kurz gefragt.
Darf ich den Leitfaden im Gespräch vor mir liegen haben?
Ja, und am Anfang solltest du das sogar. Er sollte aber nur Stichworte und deine wichtigsten Fragen enthalten, keine ausformulierten Absätze. Sonst liest du ab und hörst nicht mehr zu.
Was ist der Unterschied zwischen Gesprächsleitfaden und Skript?
Ein Skript legt Wort für Wort fest, was du sagst. Ein Leitfaden legt fest, in welcher Reihenfolge du welche Themen klärst und welche Fragen du auf keinen Fall vergisst. Die Worte passt du an dein Gegenüber an.
Welche Phase im Verkaufsgespräch ist die wichtigste?
Die Bedarfsanalyse, also die Phasen zwei und drei. Wenn du dort verstanden hast, was die Person ändern will und warum gerade jetzt, ergeben sich Lösung und Entscheidung fast von selbst. Wenn nicht, hilft auch die beste Präsentation wenig.
Was mache ich, wenn das Gespräch vom Leitfaden abweicht?
Lass es zu und kehre mit einer Brückenfrage zurück, zum Beispiel: „Spannender Punkt, den nehme ich gleich noch mal auf. Darf ich vorher kurz fragen …?“ Der Leitfaden ist eine Landkarte, keine Schiene.
NÄCHSTER SCHRITT

Passt die Ausbildung zu deiner Situation?

Im Erstgespräch geht es um deine Lage. Konditionen nennt dir das Team dort, bevor du etwas entscheidest.

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